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Vier Stückchen Brot (eBook)

Eine Hymne an das Leben.

Gemeinsam mit ihrer Mutter Esther und ihrer Schwester Irene wird die 16-jährige Magda Hollander 1944 ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert. Drei von 437.403 ungarischen Juden - eine unglaubliche Zahl, dokumentiert in deutscher Gründlichkeit. Ihre Mutter und ihre Schwester werden dort ermordet. Aber Magda erlebt in dieser Dunkelheit des Grauens ein Licht der Mitmenschlichkeit: Eine alte Frau nimmt ihre Hand, legt vier kleine Stücke Brot hinein und sagt: "Nimm. Du bist jung. Du musst leben. Du musst das bezeugen, das alles hier. Damit es nie wieder geschieht, nirgendwo."

Magda Hollander wird den Holocaust überleben. Lange kann sie nicht über ihre schrecklichen Erlebnisse sprechen. Erst viele Jahre später bricht sie ihr Schweigen. Sie denkt darüber nach, wie sie der jüngeren Generation ihre Erfahrungen nahebringen kann. So ist dieses kleine, leise, tief anrührende Buch entstanden - eine Hymne an das Leben, ein Zeichen wider das Vergessen. In Frankreich wurde die Originalausgabe als "Spirituelles Buch des Jahres" ausgezeichnet.

"In Auschwitz­Birkenau winkte mir eine Sterbende zu. Sie öffnete ihre Hand. Darin lagen vier Stückchen verschimmeltes Brot. 'Nimm', hauchte sie. 'Du bist jung. Du musst leben. Du musst
das bezeugen, das alles hier. Damit es nie wieder geschieht, nirgendwo.' Ich habe diese vier Stückchen Brot genommen. Ich habe sie gegessen, vor ihren Augen. Ich las in ihren Augen, dass sie gütig war - und dass sie sich aufgegeben hatte. Ich war sehr jung. Es war fast zu viel für mich, was sie mir gegeben - und damit aufgetragen - hatte.

Lange Zeit hatte ich dieses Erlebnis vergessen. 1978 behauptete Darquier de Pellepoix: 'In Auschwitz wurden nur Läuse vergast.' Die Empörung über diese perverse Behauptung legte meine Erinnerung an jenes Erlebnis frei. Ich sah wieder das Gesicht dieser Frau. Ich konnte nicht länger schweigen. Als ich abtransportiert wurde, war ich sechzehn Jahre alt. Ich war unter den ungarischen Juden eine der ganz wenigen Zurückgekehrten.

Ich blieb verschont.
Ich bin am Leben.
Ich habe Ja zu meinem Leben gesagt.

Es ist für mich völlig klar, dass diese Todeserinnerung in ein Ja zum Leben verwandelt werden musste. Ich habe begriffen: Frieden wird nur sein, wenn jeder von uns Freude an seinem Leben gewinnt oder wiedergewinnt. Bedachtsam blättere ich im Buch meines Lebens. Es enthält leere Seiten, vergilbte, verblasste und stille, die darauf warten, gelesen zu werden. Das Morgen liegt in meinen Händen. Mein Gedächtnis war eingefroren. In einem langen Prozess der Verarbeitung ist es aufgetaut. Heute werden meine Tage von den leuchtenden Farben des Herbstes erhellt."

Magda Hollander-Lafon
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  • Nr. 814721
  • · Seitenzahl der Printausgabe: 144 Seiten
  • · 09/2013
  • · adeo

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  • „Das Gedenken und die Solidarität können die Menschheit retten. In jedem von uns wohnt das Gute und das Böse. Es ist an uns, Tag für Tag zu entscheiden: Will ich gut sein oder böse?“ Süddeutsche Zeitung
  • „Das irdische Leben hat mir Prüfungen auferlegt. Es hat mir auch viel gegeben. Ich wurde mit menschlicher Wärme, Lächeln, Blicken, Freundlichkeit beschenkt. Ich habe so viel Dank zu sagen, dass der ganze Himmel nicht genug Platz dafür hätte.“ Lebenslust, Interview mit Anke Jacobj
  • „Ein erschütterndes Zeugnis vom Holocaust, das in seiner literarischen Form ein kleines Kunstwerk ist.“ Lydia
  • „Ihr Buch ist keine Autobiographie im üblichen Stil. Es ist tatsächlich [...] eine Hymne an das Leben. Die Texte tragen teilweise lyrischen Charakter. Es finden sich tiefgründige Sätze und eine lebendige Bildsprache. Beim Lesen ist geradezu eine Sprachfülle zu spüren, die so etwas wie eine Lebensfülle der Autorin ahnen lässt.“ Family
  • „Dieses kleine Buch kann wohl keiner aus der Hand legen, ohne zutiefst von diesem Schicksal berührt zu sein.“ LebensLauf, Gertrud Lützenbürger
  • „Die Autorin versteht ihre z. T. in poetischer Sprache formulierten kurzen Fokussierungen auf ihre Erlebnisse und Gedanken nicht nur als Zeitzeugenbericht, sondern auch als Meditation. Beide Lektürevarianten sind möglich. Dieses Buch bietet auch Menschen von heute Anlass genug, den eigenen Lebensweg und ihren Umgang mit anderen zu hinterfragen.“ Buchprofile/Medienprofile, Adelgundis Hovestadt
  • „Es sind sehr kurze Texte, auch einige Gedichte sind darunter. Eine poetische Sprache, die sich auf das Wesentliche konzentriert und an der Gefühlswelt der Holocaust-Überlebenden teilhaben lässt.“ ekz Bibliotheksservice
  • „Sollte in Zukunft in manchen Situationen bei mir das Gefühl der Ausweglosigkeit aufflackern, so werde ich des Öfteren an Frau Hollander denken, die selbst in den menschenunwürdigsten Situationen immer dem Leben den Vorzug gab, obwohl der Tod unbestritten der einfachere Weg gewesen wäre. Ruft man sich ihr und das Schicksal vieler Menschen dieser Zeit ins Bewusstsein, so erscheinen viele unserer Probleme so belanglos wie heutzutage der Wert eines einzelnen Stückchen Brotes ...“ ChristLit, Claudia Michaljuk
  • „Ein Buch, das über eine Zeit der totalen Unmenschlichkeit berichtet, und davon, wie das Lächeln eines Menschen Licht in die tiefste Nacht bringt. Selten hat mich ein Buch so berührt. Ich muss es immer wieder lesen und das Gelesene weitergeben, damit die Menschheit niemals vergisst, niemals vergessen kann.“ Freiburger Rundbrief, Maria Stiefl-Cermak
  • „Dieses Buch ist wirklich eine Hymne an das Leben! Eigentlich unfassbar und deshalb auch so berührend. Eine bewegende Geschichte.“ Joyce
  • „Die Autorin nutzt eher das Element des 'Weglassens' der grausamen Details und legt ihr Hauptaugenmerk viel mehr auf das Leben und das Überleben. Das ist es, was dieses Buch für mich so besonders macht.“ buecherloewe.de
  • „Dieses kleine, leise Buch klagt nicht an. In Frankreich wurde es als 'Spirituelles Buch des Jahres' ausgezeichnet. Ihm gebührt aber auch, 'das menschlichste Buch des Jahres' genannt zu werden, ein Buch, das über eine Zeit der totalen Unmenschlichkeit berichtet, und davon, wie das Lächeln eines Menschen Licht in die tiefste Nacht bringt. Selten hat mich ein Buch so berührt. Ich muss es immer wieder lesen und das Gelesene weitergeben, damit die Menschheit niemals vergisst, niemals vergessen kann.“ Freiburger Rundbrief, Maria Stiefl-Cermak
  • „Sie hat den Holocaust überlebt. Sie hat schreckliches erlebt. Und mitten in diesem Schrecken kommt sie zum Schluss: "Das Unmögliche wird möglich, wenn es durch Liebe geschieht."“ Lebensqualität
  • „Eines der lesenswertesten Bücher, die ich seit langem in der Hand hatte.“ Leserstimme

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