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DVD Der Prediger

Ein Film von Thomas Berger

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  • Nr. 924909
  • · ca. 88 min. Laufzeit
  • · 09/2015
  • · adeo
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  • „Insgesamt ist der Film spannend anzusehen, auch wenn er eher ruhig ist. Er regt definitiv zum Nachdenken an und begleitet einen noch eine Weile.“ Rezension auf Amazon.de

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ohne Angabe, 17.04.2015

Sehr zu empfehlen. Spannend und herausfordernd.

ohne Angabe, 21.04.2015

Spannender Film mal ganz anders ... Wie weit können wir wirklich vergeben? Wie weit wollen wir wirklich vergeben? Spannende Dialoge für und dagegen. Regt zum Nachdenken an.

ohne Angabe, 01.12.2015

"Der Prediger“ diskutiert die Frage, ob ein verurteilter Mörder Priester werden darf. Der Film hat Schwächen, aber Lars Eidinger ist in der Hauptrolle eine Pracht.

 

Lars Eidinger, ohne den kaum noch ein deutscher Spielfilm gedreht werden kann, in dem ein gewalttätiger und gestörter, aber auch faszinierender und empfindlicher mutmaßlicher Kapitalverbrecher auftritt, ist als „Der Prediger“ wieder eine Pracht. Dabei muss er praktisch nichts machen, außer blauäuig zu sein und sphinxhaft zu schauen und das Glaubensbekenntnis auch oder gerade unter widrigen Umständen parat zu haben.

Es gibt keinen Grund, sich über Thomas Bergers topbesetzten neuen Film lustig zu machen [...]. Aber die Fallhöhe zwischen einem psychologisch plausiblen Spannungsaufbau und dem Scheitern, wenn das nicht hundertprozentig aufgeht, ist doch beträchtlich, wenn eine Art Jesus laut Richterurteil eine junge Frau in einen Abgrund gestürzt hat. Zudem ist die weitgehende Abwesenheit von Humor, Zynismus oder überhaupt intellektuellem Abstand zum ideologischen Gehalt des Geschehens verblüffend. So spielt es keine Rolle, wie schräg die Grundfrage der Handlung manchem Zeitgenossen erscheinen muss: Darf ein verurteilter Mörder das Priesteramt anstreben? Nun ja, das wirkt zunächst triftig, ist aber gegenüber der Schuldproblematik als solcher doch eher akademisch. Zumal wenn es von wackeren Kirchenvertretern und -mitgliedern unter sich diskutiert wird (nur draußen lauert die verflixte Presse).

Der Aspekt, dass die Kirche im Großen und Ganzen in Fragen des Justiziablen so zimperlich nicht ist, kommt nicht vor. Und nicht mehr oft haben Vertreter der katholischen Kirche so ungestört Gelegenheit, kernige Worte wie Verbrechen, Buße und Strafe in den Mund zu nehmen, ohne sich an die eigene Nase zu fassen und ohne, dass jemand stutzt.

„Ich werde auf keinen Fall zulassen, dass dieser Kerl meine Kirche beschmutzt“, ruft der Vater der möglicherweise vom Priester in spe ermordeten Frau aus. Nachher wird ihn der Anwalt (Alexander Held) des „Predigers“ eiskalt zerlegen und letztlich seinerseits zum Schuldigen an der Gesamtsituation erklären, und der Kirchenvertreter wird ruhigen Blutes dabei zusehen.

Dass die Kirche in so etwas denkbar erfahren ist, sozusagen auf ureigenstem Terrain wird bei dieser Gelegenheit nicht thematisiert, Schärfe ist dem Film fremd. Stattdessen ist Devid Striesow, einst Mitschauspielschüler Eidingers, ein etwas verklemmter, aber netter Bischofsreferent, der sich bald vorurteilsfrei mit einer Prostituierten anfreundet.

Am Ende ist er ein prima Seelsorger, geschult am heiteren Gefängnispfarrer (Götz Schubert), der mit ihm Entspannungswettrennen über herrlich grüne Wiesen macht. An der Kirche, Hort der Liberalität und höchstens einer gewissen Scheu vor Fehlern, liegt es weiß Gott nicht, wenn im recht unerquicklichen Landmilieu einiges verquer läuft.

Freunde eines geschmackvoll gefilmten, kammerspielruhigen Treffens der minimalistisch agierenden, eher vorhandenen, abwartenden Eidinger und Striesow kommen auf ihre Kosten. Und Gott und seine Kirche siegen am Ende auf ganzer Linie.

ohne Angabe, 07.12.2015

Was ein Mörder glaubt ist seine Sache - Was man ihm glaubt eine ganz andere. Dieser auf einem wahren Fall beruhende Film packt ein Thema, das kaum kontroverser sein könnte, in einer brisanten Kombination am Schopf.

 

Jan-Josef Geissler (Lars Eidinger), ein verurteilter Mörder, will Theologie studieren. Und womöglich auch noch Pfarrer werden. Keine einfache Sache, der sich die Kirche, vertreten durch Ralf Remberg (Devid Striesow), den Referenten des Bischofs (Erwin Steinhauer), gegenüber sieht. Noch dazu will der angehende Prediger den offiziellen Segen der Kirche für sein Vorhaben. Daraufhin wird Remberg in die Haftanstalt geschickt, um sich wenigstens pro forma ein Bild von Geissler zu machen, bevor der Antrag abgelehnt wird. Kaum lernen sich die beiden näher kennen, ist sich Remberg seiner Sache nicht mehr so sicher. Dazu tragen nicht nur der scheinbar unerschütterliche Glaube und die seelsorgerlichen Qualitäten des Häftlings bei, sondern auch der unkonventionelle Gefängnispfarrer Klaus Spori (Götz Schubert). Auch die endlose Frage nach der wirklichen Schuld des Verurteilten steht immer wieder im Raum, denn er und sein Anwalt (Alexander Held) würden gerne eine erneute Anhörung zu dem Fall in Gang setzen, die ganz neue Erkenntnisse präsentieren soll.

 

Ein Stoff, wie geschaffen für ein ernstes öffentlich-rechtliches Fernsehdrama. Aber es bleibt nicht bei düsteren Bildern, betroffenem Nicken und einem auf Moll gestimmten Piano-Soundtrack. Der zugrunde liegende Konflikt enthält jede Menge Sprengstoff und verlangt reichlich Feingefühl, schon, wenn man nicht zu schnell urteilen und begründen will. Regisseur und Drehbuchautor Thomas Berger geht es feinfühlig an: Fast jeder kommt ausführlich zu Wort, darf sich erklären und bekommt eine recht deutliche Charakterzeichnung. Leider sind gerade die beiden Hauptcharaktere zuweilen ein wenig eindimensional. Lars Eidingers Geissler blickt aus kalten Augen auf seine Umgebung und wirkt in fast jeder Situation irgendwie durchtrieben. Vielleicht macht das die Knastluft. Die Stärke seines Charakters sind eindeutig die Dialoge, seine sonstige Reglosigkeit will auf den ersten Blick nicht so recht zu seinem eigentlich komplexer angelegten Charakter passen. Gelegentlich ahnt man etwas davon, dabei bleibt es aber auch. Devid Striesow ist als überaus fähiger Darsteller bekannt, betreibt hier aber teilweise das Gegenteil von Overacting. Seine Figur ist zunächst ein wenig zu sehr der blasse Kirchenmann, der von der bösen Welt nicht viel weiß oder wissen will. Umso erfreulicher gerät der Wandel seiner Figur in der zweiten Filmhälfte.

 

Einige entscheidende Nebenrollen sind dann aber so gut besetzt, dass man gerne dranbleibt. Gerade Götz Schubert, dessen Gefängnispfarrer seine Arbeit nicht nur freiwillig sondern auch noch gerne tut, selbst wenn er dabei mit einem Messer angegriffen wird, trägt viel zur Glaubwürdigkeit und ja, auch zum Humor der Films bei. Auch die Eltern von Opfer und Täter, die auf ihre eigene Art und Weise gelernt haben, mit dem Vorfall umzugehen und dann doch einsehen müssen, dass vielleicht doch manches anders gelaufen ist als sie bisher geglaubt haben, können überzeugen. Die gesamte Bandbreite an Emotionen kommt eindrucksvoll rüber und verdeutlicht, welche Auswirkungen die Tat Einzelner auf ihr jeweiliges Umfeld haben kann.

 

Auch wenn der Film die Vorlage eher grob zusammenfasst, ausschmückt und um einen nicht ganz unpassenden Krimi-Hintergrund erweitert, kommt der Grundgedanke dennoch gut zur Geltung. Die Grenzen werden ausgelotet, doch man bemüht sich, keine zu einfachen Antworten zu finden. Ob Vergebung nun jedem gilt oder bei größeren Verbrechen eben nicht mehr gewährt oder zugesprochen werden kann, bleibt eine Streitfrage.

 

Einige kleinere Bausteine, wie Rembergs Flirt mit der Tochter seines Gastgebers, dessen eigenwilliges Verhalten auch nur kurz am Rande abgehandelt wird, wären dafür nicht unbedingt nötig gewesen und schielen ein wenig zu sehr auf eine konventionelle Erzählweise. Der brave Schreibtischpastor brauchte wohl noch einen weiteren Gegenpart, damit der Film nicht zu geistlich wirkt. Wenn man darüber hinwegsehen kann, sind die knapp neunzig Minuten trotzdem eine wertvolle Erfahrung.

 

-Seiler Seite-

ohne Angabe, 20.12.2015

BR

Darf ein Mörder die Gebote Gottes verkünden? Der ARD-Fernsehfilm „Der Prediger“ glänzt mit exzellent gespielten Figuren. Einem Knasti, der nach seiner Haft Pfarrer werden will. Und einem Geistlichen, der wegen dieses Wunsches und einer jungen Prostituierten an seinem Glauben zweifelt.

Wenn sich nachts langsam seine Zellentür öffnet, fängt Jan-Josef Geissler leise an zu beten - das Glaubensbekenntnis. Er presst die Worte zwischen den Zähnen hervor, während seine Mithäftlinge auf ihn einprügeln, bemüht sich, nicht ohnmächtig zu werden - und betet weiter bis zur Stelle, die beschreibt, wie Jesus dereinst die Schuld der Sünder aburteilen wird: „Er sitzt zur Rechten Gottes, des Allmächtigen, von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.“

Schuld, Verurteilung, Buße und die Hoffnung auf Vergebung - große, abstrakte, latent düstere Themen sind das, die „Der Prediger“, eine Produktion des Bayerischen Rundfunks, diskutieren will. Die zentrale Frage des Films: Ist Vergebung, ein wirklicher Neuanfang möglich, wenn ein Verbrechen geschehen ist, das nicht wiedergutzumachen ist?

Rasch kann ein solches Thema zum staubigen Moraltheologieseminar werden, bei dem der Mund schon nach fünf Minuten austrocknet. Doch so abstrakt sein Grundthema, so lebendig, greifbar und fesselnd gelingt dem Film die Umsetzung - dank klischeefreier, wunderbar entkernter Dialoge und fantastisch besetzter, unsentimental gefertigter Figuren.

 

Ralf Remberg (Devid Striesow) ist Referent des Bischofs und wird ins Feld geschickt, um für seinen Dienstherrn eine knifflige Grundsatzfrage zu knacken: Darf ein inhaftierter Mörder Theologie studieren, mit dem festen Ziel, danach als Geistlicher eine Gemeinde zu umsorgen? Genau das ist nämlich der Plan von Jan-Josef Geissler (Lars Eidinger), der einsitzt, weil er vor Jahren seine Freundin getötet haben soll. In der Haft will er zu Gott gefunden haben, kümmert sich laien-seelsorgerisch um Mithäftlinge und will nun also tatsächlich Geistlicher werden. Und nach seiner Entlassung als Priester arbeiten.

Meint er das ernst? Oder ist die pressewirksam gestreute Erleuchtung nur ein Trick seines gerissenen Anwalts, der die Wiederaufnahme des Verfahrens begünstigen soll? Und wie soll sich der Bischof zu alldem verhalten, wenn seine Kirche einerseits die frohe Botschaft von der Vergebung aller Sünden verkündet - doch seine Gläubigen nebst Öffentlichkeit Sturm laufen würden, stellte er ihnen einen mutmaßlichen Mörder auf die Kanzel?

Viele Fragen, die Referent Remberg beantworten soll. Mit nervösen Fleckwangen reist er zu Geisslers Gefängnis, lässt sich vom patenten Knastpfarrer bei einer erzfrommen Familie einquartieren - und findet in seinen Gesprächen statt verbindlicher Antworten nur immer neue Fragen: Was ist wahr? Was ist gerecht? Wer bestimmt, was man glauben soll? Wo stößt erhoffte göttliche Vergebung an menschliche Grenzen?

 

Die Geschichte für seinen Film fand Ernst Ludwig Ganzert, einer der beiden Produzenten, in der Tageszeitung, wo er von einem ähnlichen Fall las: Ein Mann, der in einer kleinen evangelischen Gemeinde als Seelsorger arbeitet und der in einem früheren Leben einen Menschen getötet hat. Ihn habe vor allem die Dimension der Vergebung fasziniert, zu der die Kirche in diesem Fall fähig war, sagt Ganzert - einen Menschen, der sich in diesem Maße schuldig gemacht hatte, nicht nur wieder in die Gemeinschaft aufzunehmen, sondern ihm auch andere Menschen anzuvertrauen.

Zusammen mit seinem Co-Produzenten, dem Theologen Thorsten Neumann, hat er den Priester besucht, und das spürt man vor allem in den dichten Dialogen, die Remberg und Geissler in der kargen Gefängniskapelle führen. Autor und Regisseur Thomas Berger hat sie nicht als Verhöre inszeniert, sondern als Austausch, bei dem stets mehr Fragen nachdrängen als beantwortet werden. „Der Prediger“ gibt nicht vor, die Musterlösung streberhaft in der Tasche zu haben, nimmt nicht Partei - das fordert beim Zusehen.

Denn nicht nur mutmaßliche Mörder müssen sich mit Buße- und Vergebungsfragen herumschlagen, auch Referent Remberg gerät während seiner Untersuchung, den Gesprächen mit den Eltern des Opfers, dem Vater des Täters immer tiefer in grundsätzliche Zweifel an seinem eigenen Glauben, seiner eigenen Bereitschaft, einen Neuanfang zu wagen. Vor allem die Tochter seines vorübergehenden Obdachgebers rüttelt an seinem eingerosteten Leben, als sie sich offen für ihn interessiert, aber - ganz Maria Magdalena - in der großen Stadt als Prostitutierte arbeitet. Doch nicht einmal auf diesem gefährlichen Erzählterrain strauchelt "Der Prediger". Mit Theaterpräzision halten vor allem die beiden Hauptdarsteller die Spannung, arbeiten mit feinen, reduzierten Instrumenten - und der Zuschauer erfährt tatsächlich zum Schluss, ob Jan-Josef Geissler wirklich schuldig ist.

M. Lahnstein, 22.01.2016

Nach dem Anschauen vom Film muss ich sagen, es ist ein Film, den man so schnell nicht vergißt. Es ist auch ein Film, den ich persönlich nur schwer beurteilen kann und wenn ich weiter überlege, bin ich froh, dass Gott einmal alles beurteilen wird, denn wie schnell kann man sich irren oder falsch beurteilen?

 

Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit. Jan-Josef Geissler sitzt im Gefängnis, weil er seine Frau ermordet hat und möchte nun zum Theologiestudium zugelassen werden. Der Referent des Bischofs soll den Fall untersuchen und dem Bischof bei der Entscheidung helfen. Der Zuschauer wandelt nun auf den Spuren des Referenten, bekommt hautnah das Elend der Eltern der Getöteten und des Vaters von Jan-Josef Geissler mit. Auch in der Gastfamilie, die den Referenten aufgenommen hat, liegt nicht alles im Guten.

 

Der Zuschauer fragt sich, rätselt, überlegt, wird auf falsche Fährten geführt und versucht den Durchblick zu bekommen. Was ist wirklich passiert? Am Ende des Films sind wir schlauer. Ich habe das Buch, die wahre Geschichte, nicht gelesen. Vielleicht fehlt mir das auch hier, um einen richtigen Überblick zu bekommen. So kann ich nur vom Film sprechen. Interessant ist die Figur vom Gefängnispfarrer und auch die Tochter der Gastfamilie. Wobei ich gerade bei der Gastfamilie ein ungutes Gefühl habe. Soll damit dargestellt werden, dass alle Eltern, die die Bibel hoch achten, ihre Kinder falsch behandeln? Der Vater fragt, was habe ich falsch gemacht? Vielleicht wollte die Tochter aber einfach nichts mit dem Glauben zu tun haben? Klar könnten die Eltern das alte Zimmer der Tochter neu einrichten. Verständlich aber auch der Wunsch, dass die Eltern sich um ihre Tochter sorgen. Die Zeit kommt nicht mehr zurück und sind die Kinder einmal groß geworden, entwickeln sich weiter und man kann nichts daran tun. Aber haben sie etwas falsch gemacht, weil die Tochter es anders möchte als die Eltern?

 

Die Geschichte um Jan-Josef Geissler nimmt eine überraschende Wendung. Gerade der Vater der getöteten Frau wird brillant gespielt. Am Ende des Films frage ich mich, was war die getötete Frau wert? Der Anwalt von Jan-Josef Geissler bezeichnet sie als "Trampel". Vor Gott ist sie, auch als nicht so schlauer Mensch, genauso viel wert wie jeder andere Mensch, wie der Bischof, Jan-Josef Geissler usw. Die Eltern der Getöteten sind fertig und Jan-Josef Geissler sagt erst ganz zum Schluß die volle Wahrheit. Und das ist auch das, was mich stört. Warum nicht von Anfang an? Warum dieses Spiel mit dem Referenten, eine gewisse Hinhaltetaktik?

 

Wenn man zum Glauben an Gott kommt und es ehrlich meint, warum das? Es sind nur feine Nuancen und man sieht es erst am Ende des Films, was ich meine. Aber das fand ich wirklich schade, dass nach der Bekehrung nicht vollständig reiner Tisch gemacht wird und man ganz andere Umstände annimmt. Die Bewertung ist mir äußerst schwer gefallen. Ich vergebe 4 Sterne, weil es ein Film ist, der wirklich sehr herausfordert und der viel Gesprächsstoff bietet, sonst wären es nur 3 geworden. Den Punkt ziehe ich ab wegen oben genannter Punkte, die neben Jan-Josef Geissler vor allem die Gastfamilie, das getötete Mädchen und ihre Eltern betreffen. Ihre Darstellung war mir zu beurteilend. Alle Sympathien haben sich auf Jan-Josef Geissler und seine schwere Kindheit verteilt und auch auf die Tochter der Gastfamilie, deren Eltern Bibelstunde halten. Haben sie deshalb ihre Tochter vernachlässigt? Da bleiben Fragen zum Schluß.

 

Fazit: Ein herausfordernder Film, ein Film, den man so schnell nicht mehr vergißt.

keine Angabe, 22.02.2016

Jan-Joseph Geissler lebt als verurteilter Mörder in einem Gefängnis. Ihm wird vorgeworfen, ein Mädchen umgebracht zu haben, um ihre Lebensversicherung zu bekommen. Nun bittet er den Bischof um seinen Segen für ein geplantes Theologiestudium, nach dessen Abschluss er Pastor werden möchte. Die Presse wird auf den Fall aufmerksam und Ralf Remberg, der Referent des Bischofs, soll sich vor Ort ein Bild von Geissler machen, um dem Bischof so die Entscheidung zu erleichtern. Geissler selber glaubt trotz seines Gefängnisaufenthaltes an seine Unschuld und beantragt sogar eine Wiederaufnahme des Verfahrens.

Es sind schwierige Fragen, um die es in dem Film geht: Darf ein Mörder Pastor werden? Kann er eine authentische Vorbildfunktion für seine Mitmenschen haben? Wie sehr kann Gott einen Menschen verändern? Bei den anderen Gefangenen kommt Geissler gut an und ist selber Teil einer Gemeinde.

Der Film ist sehr unparteiisch dargestellt. Würde er aus Geisslers Sicht erzählt werden, so könnte man sich als Zuschauer in ihn hereinversetzen. Doch da die Geschichte aus Sicht des Referenten erzählt wird, schafft man sich als (skeptischer) Zuschauer mit Hilfe von Gesprächen und Interviews langsam selber ein Bild.

Zwei Szenen, die im Gefängnis spielen, fand ich ein wenig gewaltvoll. Doch hauptsächlich besteht der Film aus verschiedenen Gesprächen, so dass er vom Thema her spannend ist und sicher auch nach Ende noch zur Diskussion einlädt: Wie oft verdient jemand eine zweite Chance und bedingungslose Gnade? Die gespielten Szenen sind gut umgesetzt, aber da es hauptsächlich auf die Gespräche ankommt, muss man nicht zwangsläufig die ganze Zeit hinschauen, sondern überwiegend hinhören.

Die Inspiration für die Geschichte des Fernsehfilmes, der 2014 auf ARD gezeigt wurde, hat der Regisseur durch einen Zeitungsbericht bekommen. Nun ist er in der Reihe „Der wichtige Film“ auf DVD erschienen. Im Zusatzmaterial gibt es ein Interview mit dem Regisseur.

Insgesamt ein nachdenkenswerter und diskussionswürdiger Film über ein moralisches Dilemma, der sich aufgrund des Themas zu sehen lohnt.

ohne Angabe, 26.04.2016

Die Handlung beruht auf wahren Hintergründen. Ein Gefängnisinsasse, wegen Mordes verurteilt, möchte Theologie studieren. Darf ein Mörder Theologie studieren?

 

Man begleitet den Referenten des Bischofs bei der Wahrheitsfindung. Die Presse hat mitbekommen, dass Jan-Josef Geissler Theologie studieren möchte. Aber ist Jan-Josef Geissler tatsächlich ein Mörder?

 

Als Zuschauer ist man hin- und hergerissen. Unterschiedliche Betrachtungen verleiten immer wieder dazu, die Meinung zu revidieren. Die schauspielerische Leistung, die in diesem Film abgeliefert wurde, ist wirklich enorm. Auch dass die Frage aufgeworfen wird, ob ein Mörder Theologie studieren und als Prediger tätig sein darf, finde ich faszinierend. Aber ich war auch ein wenig enttäuscht, dass die Aussage, dass Gott alle Sünden vergibt, nicht so klar ans Licht kam. Das Hauptaugenmerk des Films liegt hauptsächlich auf der Wahrheitsfindung. Auch die Darstellung des Films „bibeltreuer Christen“ fand ich arg klischeehaft.

 

Der Film ist stellenweise recht brutal, im Gefängnis geht man nicht zimperlich um. Deshalb ist das kein Film für Kinder, m. E. auch nicht für jüngere Teens.

 

Ein Booklet liegt der DVD bei. Es enthält ein Interview mit dem Regisseur.

 

Insgesamt ist der Film spannend anzusehen, auch wenn er eher ruhig ist. Er regt definitiv zum Nachdenken an und begleitet einen noch eine Weile.

Smilla507

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